Manchmal bedeutet „Viel zu leise“ nicht, dass eine Band gerade erst angefangen hat. Manchmal bedeutet es vielmehr: Wie kann eine Band das eigentlich schon seit über 20 Jahren machen und trotzdem noch unter so vielen Radaren fliegen?
Genau so ein Fall sind Delirium’s Dawn aus München.
Gegründet wurde die Band bereits 2005. Heute besteht das Quartett aus Ary an Gesang und Gitarre, Tom an der Gitarre und den Backing Vocals, Younas an Bass und Backing Vocals sowie Manu am Schlagzeug.
Und wer bei „Band seit 2005“ jetzt musikalisch automatisch irgendwo im Metal der Nullerjahre stehenbleibt, liegt ziemlich daneben.
Metalcore mit Geschichte – aber ohne Nostalgieveranstaltung
Delirium’s Dawn bezeichnen ihren heutigen Sound als Melodic Metalcore. Die Wurzeln reichen allerdings deutlich weiter.
In der Bandgeschichte finden sich Einflüsse aus Heavy, Thrash und Death Metal ebenso wie progressive Elemente. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Sound immer weiter in Richtung moderner Metal-Spielarten.
Heute verbindet die Band genau diese Vergangenheit mit dem Metalcore, mit dem viele von uns in den 2000ern groß geworden sind: Twin-Guitar-Harmonien, eingängige Melodien, harte Riffs, Breakdowns und Refrains, die nicht zwangsläufig zwischen Härte und Eingängigkeit wählen wollen.
Oder einfacher gesagt:
Metalcore ohne Hochglanzfilter.
Nicht retro, aber auch nicht darauf aus, jedem aktuellen Trend hinterherzulaufen.

Seit 2005 komplett DIY
Ein Punkt macht Delirium’s Dawn dabei besonders interessant: Die Band arbeitet nach eigenen Angaben seit ihrer Gründung DIY.
Und damit ist nicht nur gemeint, am Wochenende ein paar Social-Media-Posts selbst zu basteln.
Songwriting, Recording und Produktion gehören ebenso zur Eigenarbeit wie Artwork und Veröffentlichung. Auch das aktuelle Album entstand unabhängig.
Das ist nach mehr als zwei Jahrzehnten Bandgeschichte durchaus eine Ansage.
Denn Delirium’s Dawn haben in dieser Zeit mehrere musikalische Phasen durchlaufen. Auf das Debüt „Between Rage And Madness“ von 2007 folgten unter anderem „The Rebirth Of Osiris“, „Built Upon The Ruins Of An Empire“ und 2020 „Horizons“.
Und 2026 kam das nächste Kapitel.

„Doomed To Collapse“
Am 13. Februar 2026 erschien das aktuelle Album „Doomed To Collapse“.
Elf Tracks, rund 44 Minuten Spielzeit – und ein Album, mit dem Delirium’s Dawn ihren heutigen Sound ziemlich klar definieren.
Hier treffen die melodischen und gitarrenorientierten Wurzeln der Band auf moderne Metalcore-Produktion und deutlich mehr Druck.
Das Ergebnis klingt nicht danach, als hätte eine Band nach 20 Jahren beschlossen, jetzt eben auch einmal Metalcore zu machen.
Die Entwicklung ist vielmehr Teil ihrer Geschichte.
Und genau deshalb funktionieren die älteren Einflüsse neben modernen Elementen ziemlich selbstverständlich.
Wenn ihr nur einen hört: „Out Of Hades“
Wir fragen jede Band bei Viel zu leise nach genau einem Song.
Dem einen Track, den wir hören sollen, wenn wir die Band kennenlernen wollen.
Delirium’s Dawn schicken uns zu:
„Out Of Hades“.
Der Song erschien am 16. Januar 2026 zunächst als Single und landete anschließend als zweiter Track auf „Doomed To Collapse“.
Und als Einstieg funktioniert er ziemlich gut.
Riffs und Melodien bekommen Platz, ohne dass die Härte verloren geht. Dazu kommen der treibende Rhythmus und genau diese Mischung aus älterer Metalcore-DNA und moderner Produktion, die den aktuellen Sound der Band ausmacht.
Wer wissen möchte, wo Delirium’s Dawn nach über 20 Jahren angekommen sind, kann hier anfangen.
Warum Delirium’s Dawn bei „Viel zu leise“ landen
Weil Underground nicht automatisch bedeutet, dass eine Band neu sein muss.
Und weil Beständigkeit manchmal mindestens genauso bemerkenswert ist wie der nächste große Hype.
Seit 2005 Musik zu schreiben, Besetzungswechsel und eine Pause zu überstehen, den eigenen Sound mehrfach weiterzuentwickeln und 2026 immer noch unabhängig ein komplettes Album zu veröffentlichen, passiert nicht einfach nebenbei.
Delirium’s Dawn sind deshalb vielleicht sogar ein ziemlich gutes Beispiel dafür, warum wir diese Reihe machen.
Nicht jede Band, die mehr Aufmerksamkeit verdient, wartet gerade auf ihren großen Durchbruch.
Manche stehen seit Jahren auf Bühnen, veröffentlichen Musik, entwickeln sich weiter und machen einfach unbeirrt ihr Ding.
Und manchmal sind genau diese Bands noch immer viel zu leise.

Reinhören
🎧 Unser Einstiegstipp: „Out Of Hades“
Spotify:
https://open.spotify.com/track/1jQo3WYIE01QhmVT4ZRxXH
YouTube:
https://youtu.be/HZalCqvd_xQ
Instagram:
@deliriumsdawn
Website:
https://deliriumsdawn.de/
Delirium’s Dawn | München | Melodic Metalcore | DIY since 2005