Wolfsnacht im Frankenwald 2026

Sechs Bands, 30 Euro und ein Festival, bei dem das Geld bei den Bands landet

Während die großen Festivals der Szene längst eigene kleine Städte auf Zeit geworden sind, passiert ein wichtiger Teil unserer Live-Kultur weiterhin dort, wo keine fünf Bühnen, VIP-Areas und riesigen Sponsorenwände stehen. Am 21. November 2026 geht die Wolfsnacht im Frankenwald in Nordhalben in ihre zweite Runde – mit sechs Bands, einem kleinen Mittelaltermarkt und einem Non-Profit-Konzept, bei dem die Ticketeinnahmen nach Abzug der Gebühren vollständig an die Bands gehen.

Genau solche Festivals sind ein Teil dessen, was unsere Szene ausmacht.

Nicht, weil größer automatisch schlechter und kleiner automatisch besser wäre. Sondern weil hinter vielen dieser Veranstaltungen Menschen stehen, die selbst Teil der Szene sind und Konzerte auf die Beine stellen, weil sie wollen, dass Bands Bühnen bekommen und Live-Musik auch abseits der großen Tourproduktionen stattfindet.

Die Wolfsnacht im Frankenwald gehört in genau diese Kategorie.

Am 21. November 2026 treffen in der Nordwaldhalle in Nordhalben sechs Bands aufeinander, die sich musikalisch irgendwo zwischen Folk, Mittelalter, Power, Black und Symphonic Metal bewegen.

Und für 30 Euro gibt es hier nicht nur sechs Bands zu sehen. Hinter dem Ticketpreis steckt ein Konzept, bei dem ziemlich klar ist, wo das Geld landen soll.

Eintrittsgelder für die Bands

Die Wolfsnacht wird als Non-Profit-Festival organisiert.

Nach Angaben des Teams gehen die Einnahmen aus dem Ticketverkauf – abzüglich der anfallenden Gebühren – vollständig an die sechs auftretenden Bands.

Die übrigen Veranstaltungskosten werden über Sponsoring und die Verpflegung der Gäste getragen. Hinzu kommt ein Faktor, ohne den unzählige kleine und mittlere Veranstaltungen in unserer Szene kaum existieren könnten: Die Helfer:innen der Wolfsnacht arbeiten ehrenamtlich.

Das ist durchaus erwähnenswert.

Denn ein Konzert besteht eben nicht nur aus den Stunden, in denen eine Band auf der Bühne steht. Booking, Planung, Werbung, Aufbau, Einlass, Catering, Betreuung, Abrechnung und all die kleinen Dinge dazwischen müssen ebenfalls erledigt werden.

Dass diese Arbeit hier ehrenamtlich geleistet wird und gleichzeitig versucht wird, die Ticketeinnahmen möglichst vollständig bei den Musiker:innen ankommen zu lassen, sagt einiges darüber aus, welchen Stellenwert die Bands bei diesem Festival haben.

Sechs Bands – sechs ziemlich unterschiedliche Ecken der Szene

Auch musikalisch wird die Wolfsnacht keine sechs Stunden Einheitsbrei servieren.

Das Billing bewegt sich quer durch unterschiedliche Spielarten des Metal und verbindet dabei auffällig häufig härtere Musik mit Folk, Geschichte, Mythologie und Fantasy.

Munarheim

Munarheim bewegen sich zwischen Black Metal, Symphonic Metal und Folk und sind bereits seit 2007 aktiv.

Statt musikalischer Schonkost gibt es hier große Arrangements, Atmosphäre und folkloristische Elemente, die auf die deutlich härtere Basis der Band treffen.

Wer sich vorher ein Bild machen möchte

Feuerwulf

Bei Feuerwulf geht es stärker in Richtung Mittelalter-Rock.

Gitarren treffen auf Geige, Drehleier und Percussion, dazu kommen Geschichten und eine ordentliche Portion Folk.

Passend zum Auftritt bei der Wolfsnacht befindet sich die Band außerdem in einer spannenden Phase: Für Oktober 2026 ist das Debütalbum „Das Rudel erwacht“ angekündigt.

Mehr zur Band

Lykana

Lykana verbinden Metal mit Folk-Elementen und Dudelsack und greifen dabei thematisch Mythologie, Legenden und alte Geschichten auf.

Damit sitzt die Band ziemlich genau an jener Schnittstelle zwischen Metal und Folk, die sich wie ein roter Faden durch Teile des Wolfsnacht-Line-ups zieht.

Mehr

Mighty Dragonlords

Dann wird es endgültig fantastisch.

Die Mighty Dragonlords aus Nürnberg spielen Fantasy Power Metal und haben rund um ihre Musik gleich eine eigene Welt erschaffen: Gloriador.

Zauberer, Feen, Einhornreiter und allerlei weitere Gestalten gehören genauso dazu wie eine Bühnenshow, bei der das Publikum nicht nur stiller Beobachter bleiben soll.

Wer vorher schon einmal nach Gloriador reisen möchte

Eldskål

Ebenfalls aus Nürnberg kommen Eldskål.

Hier treffen Metal und mittelalterliche Klangwelten aufeinander. Die Band selbst beschreibt ihre Musik entsprechend als Mittelalter-Metal.

Gerade zusammen mit dem Mittelaltermarkt dürfte das eine der Kombinationen sein, bei denen das Rahmenprogramm und das musikalische Billing der Wolfsnacht ziemlich nahtlos ineinandergreifen.

Mehr zur Band

Balberskult

Wer es lieber deutlich dunkler mag, bekommt mit Balberskult die entsprechende Portion Finsternis.

Die Kulmbacher verbinden Black Metal mit Punk-Einflüssen und beschäftigen sich dabei mit alten fränkischen Sagen und Überlieferungen.

Und genau das macht die Band für dieses Billing besonders interessant: Hier kommt nicht irgendein beliebiges Mittelalter- oder Fantasythema zum Einsatz. Balberskult greifen Geschichten aus der eigenen Region auf und übersetzen sie in einen wesentlich raueren musikalischen Kontext.

Musik von Balberskult

Die Wolfsnacht beginnt schon mittags

Wer am 21. November nach Nordhalben fährt, muss nicht bis zum ersten Gitarrenanschlag warten.

Bereits um 12:00 Uhr startet vor der Nordwaldhalle ein kleiner Mittelaltermarkt.

Der Markt ist frei zugänglich – dafür wird also kein Festivalticket benötigt.

Um 14:30 Uhr öffnen anschließend die Türen der Halle, bevor um 15:00 Uhr die erste Band startet.

Durch das Festival führt Tini von „Heiter bis Folkig“, die die Moderation des Tages übernimmt.

Außerdem wird unter allen Besucher:innen Band- und Festival-Merchandise verlost.

Auch an diejenigen, die eine längere Anreise haben, wurde gedacht: Nach vorheriger Kontaktaufnahme mit dem Organisationsteam gibt es Möglichkeiten, Wohnwagen oder Wohnmobile abzustellen. Das sollte allerdings unbedingt vorab mit dem Festival abgesprochen werden.

Warum solche Festivals wichtig sind

Natürlich kann eine Wolfsnacht im Frankenwald nicht mit den Produktionsmöglichkeiten eines Wacken, Summer Breeze oder anderer großer Festivals konkurrieren.

Muss sie aber auch überhaupt nicht.

Denn unsere Szene besteht nicht nur aus den großen Namen.

Sie besteht aus Jugendzentren, Clubs, kleinen Hallen, lokalen Crews, Veranstalter:innen, Fotograf:innen, Technikmenschen, Merchleuten, Fahrer:innen, ehrenamtlichen Helfer:innen – und aus Bands, die teilweise hunderte Kilometer fahren, um am Abend vor vielleicht 100 oder 200 Menschen zu spielen.

Genau dort entsteht Underground.

Und genau deshalb lohnt es sich, bei Festivals wie der Wolfsnacht genauer hinzusehen.

Sechs Bands für 30 Euro sind schon für sich genommen eine Ansage. Wenn die Ticketeinnahmen nach Abzug der Gebühren dann auch noch vollständig an die Bands weitergereicht werden, bekommt der Ticketkauf eine ziemlich direkte Bedeutung:

Du kaufst nicht einfach Eintritt. Du finanzierst die Bands, die du an diesem Tag auf der Bühne sehen willst.

Das funktioniert allerdings nur, wenn auf der anderen Seite Menschen bereit sind, die restliche Veranstaltung zu stemmen – durch Sponsoring, ehrenamtliche Arbeit und natürlich durch Gäste, die vor Ort essen und trinken.

Und genau da schließt sich der Kreis.

Underground funktioniert nicht durch einen einzelnen Veranstalter, eine Band oder ein Publikum allein.

Er funktioniert nur, wenn alle Seiten ihren Teil dazu beitragen.

Wolfsnacht im Frankenwald 2026 – die Fakten

Samstag, 21. November 2026

Nordwaldhalle
Kronacher Straße 57
96365 Nordhalben

Mittelaltermarkt: ab 12:00 Uhr – Eintritt frei

Einlass Festival: 14:30 Uhr

Beginn: 15:00 Uhr

Ticket: 30 Euro

Line-up

Munarheim
Feuerwulf
Lykana
Mighty Dragonlords
Eldskål
Balberskult

🎤 Moderation: Tini von „Heiter bis Folkig“

Zusätzlich gibt es eine Verlosung von Band- und Festival-Merchandise. Stellmöglichkeiten für Wohnwagen und Wohnmobile sind nach vorheriger Absprache mit dem Organisationsteam möglich.

Festival Website

Tickets


Sechs Bands. 30 Euro. Ehrenamtliche Crew. Und Ticketeinnahmen, die nach Abzug der Gebühren bei den Bands landen.

Man kann viel darüber diskutieren, wie wir den Underground erhalten.

Manchmal kann man aber auch einfach hingehen.

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