Viel zu leise: Drag You Along – wenn Bremen die Genreschublade einfach weglässt

Modern Metal? Death Metal? Hardcore? Drag You Along aus Bremen beantworten die Frage nach ihrem Genre lieber mit „Some Kind of Metal“. Und nach ein paar Minuten DYA versteht man, warum.

Es gibt Bands, bei denen man schon nach dem ersten Song ziemlich genau weiß, in welche Schublade sie gehören. Und dann gibt es Bands wie Drag You Along, kurz DYA.

Das Trio aus Bremen macht es sich bei der Selbstbeschreibung angenehm einfach: „Some Kind of Metal…“

Das klingt zunächst nach einer ziemlich großzügigen Genredefinition. Musikalisch ergibt sie allerdings erstaunlich viel Sinn.

Zwischen Modern Metal, Death Metal und Hardcore

DYA bauen ihren Sound nicht um eine einzelne Metal-Spielart herum. In verschiedenen Beschreibungen der Bremer Musikszene tauchen Einflüsse aus Modern Metal, Death Metal und Hardcore auf – und genau diese Mischung hört man.

Im Mittelpunkt steht dabei weniger technische Selbstdarstellung als Wirkung: schwere Riffs, wechselnde Dynamiken und eine Rhythmik, die vom schleppenden Groove bis zu deutlich schnelleren Passagen reicht.

Besonders viel Bandbreite bringt der Gesang mit. Sängerin und Bassistin Bri bewegt sich zwischen cleanen Vocals, Sprechgesang, Shouts und gutturalem Gesang. Dadurch können DYA innerhalb eines Songs zwischen melodischen, aggressiven und deutlich düstereren Momenten wechseln, ohne dass daraus eine bloße Aneinanderreihung verschiedener Metal-Stile wird.

Die Band selbst beschreibt ihren Ansatz wesentlich direkter:

„Der Sound ist modern, druckvoll und ballert.“

Kann man natürlich so stehen lassen.

AGONY: fünf Songs statt musikalischer Visitenkarte mit 48 Seiten

Am 13. November 2024 veröffentlichten Drag You Along ihre EP „AGONY“.

Fünf Tracks sind darauf zu finden:

Avalanche – Demon – Sick – Let Go – Interceptor

Und ausgerechnet der erste davon ist auch der Song, den uns die Band selbst als Einstieg empfohlen hat: „Avalanche“.

Eine ziemlich passende Wahl.

Der Track zeigt kompakt, worum es bei DYA geht: Druck, Dynamik und Kontraste, ohne einen Song künstlich mit technischen Spielereien vollzustopfen. Härte steht hier nicht allein für Geschwindigkeit oder Lautstärke. Entscheidend ist vielmehr, wie die unterschiedlichen Elemente zusammenspielen.

DYA funktionieren nicht nur aus der Konserve

Interessant wird Drag You Along vor allem dort, wo diese Musik eigentlich hingehört: auf der Bühne.

Dass die Band Teil der aktiven Bremer Musikszene ist, zeigt unter anderem ihr Auftritt beim Überseefestival 2025. Das Festival präsentiert ausschließlich Acts aus Bremen beziehungsweise mit direktem Bremen-Bezug.

Auch andere lokale Konzertberichte beschreiben DYA vor allem über ihre Energie und unmittelbare Wirkung auf das Publikum. Das passt zu einer Band, deren Musik weniger darauf ausgelegt scheint, aus sicherer Entfernung analysiert zu werden.

Man soll sie hören. Laut.

Oder besser noch: live.

Warum DYA bei „Viel zu leise“ landen

Weil Underground nicht bedeutet, dass eine Band musikalisch erst noch herausfinden muss, wo sie hinwill.

Drag You Along haben einen Sound, der moderne Metal-Spielarten zusammenführt, ohne daraus zwanghaft ein neues Genreetikett basteln zu müssen. Die verschiedenen Einflüsse sind hörbar, aber sie bleiben Mittel zum Zweck.

Und dieser Zweck ist ziemlich eindeutig:

Druck erzeugen. Emotion transportieren. Nacken beschäftigen.

Vielleicht ist „Some Kind of Metal“ deshalb tatsächlich die passendste Beschreibung.

Wir würden nur zwei Wörter ergänzen:

Some damn good Kind of Metal.

Reinhören

Unser Einstiegstipp: „Avalanche“

Live auf YouTube:
https://youtu.be/o2rbeOdzC7g?si=HhjdtNrAepT_UNVR

„Avalanche“ auf Bandcamp:
https://dragyoualong.bandcamp.com/track/avalanche

Instagram:
https://www.instagram.com/dragyoualongband/

Bandcamp / EP „AGONY“:
https://dragyoualong.bandcamp.com/

Drag You Along kommen aus Bremen. Und falls ihr sie bisher nicht auf dem Schirm hattet: Genau dafür gibt es „Viel zu leise“.

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