Luna & bandpapa zu Gast bei Meinl
Es gibt Termine, bei denen schaut man irgendwann verstohlen auf die Uhr.
Und dann gibt es Termine, bei denen schaut man auf die Uhr und denkt:
Wie bitte – wir sind schon vier Stunden hier?!
Unser Besuch im Meinl Headquarter in Gutenstetten gehörte definitiv zur zweiten Kategorie.
Was als gemeinsamer Termin von Luna – Metalfans4Metalbands/Laut4Future – und Markus „Bandpapa“ begann, wurde zu einem Tag voller Musik, spannender Einblicke, ziemlich viel Staunen und vor allem Gesprächen mit Menschen, bei denen man sehr schnell merkt: Hier geht es nicht einfach darum, Instrumente herzustellen und zu verkaufen. Hier steckt verdammt viel Leidenschaft für Musik dahinter.
Und bevor wir überhaupt bei Meinl ankamen, gab es für mich schon die erste Premiere des Tages.
bandpapa – endlich nicht nur am Telefon
Nach unzähligen Nachrichten, Telefonaten, Ideen und gemeinsamer Arbeit rund um Laut4Future durfte ich Markus – besser bekannt als bandpapa – tatsächlich zum ersten Mal persönlich treffen.

Wobei „bandpapa“ eigentlich nur die Kurzfassung ist.
Markus ist Leiter der Musikschule Gummersbach e.V., Kulturmanager und selbst aktiver Musiker. Als Schlagzeuger sitzt er gleich bei zwei Bands hinter dem Kit: Superthousand und The Lone Starr Orchestra.
Dazu kommen sein Engagement rund um gigbox e.V. und WarehouseStage e.V. – und als wäre das noch nicht genug, gibt es da auch noch „Gig & Gossip“, den Podcast, den Markus gemeinsam mit Anna macht. Dort geht es um Musik, Bands, Szene und all das, was rund um Bühnen und hinter den Kulissen passiert.
Kurz gesagt: Wenn irgendwo Musik gemacht, Nachwuchs gefördert, eine Bühne gebaut, über Bands gesprochen oder irgendeine neue Idee ausgeheckt wird, ist die Wahrscheinlichkeit offenbar gar nicht so klein, dass Markus irgendwo in der Nähe steht. 😉
Vor allem steckt hinter all diesen Projekten ziemlich viel Herzblut für musikalischen Nachwuchs, Bands, Livekultur und die Strukturen, die Musik überhaupt erst möglich machen.
Und ich kann euch sagen: Dieser Mann lebt das Thema.
Interessiert, engagiert, voller Ideen und mit einer Leidenschaft für Musik, die man nicht groß erklären muss. Die merkt man.
Dass ausgerechnet unser erstes persönliches Treffen mit einem gemeinsamen Besuch im Meinl Headquarter verbunden war, war für einen Schlagzeuger natürlich ausgesprochen gemein.
Wie gemein, sollten wir wenige Minuten später feststellen.
Willkommen bei Meinl
Schon beim Betreten des Headquarters wartete die erste kleine Überraschung auf uns.
Mehr müssen wir dazu eigentlich gar nicht erzählen.
Das Foto spricht für sich.

Empfangen wurden wir von Sebastian und Corinna – und wer bei einem international tätigen Unternehmen automatisch an einen steifen Geschäftstermin denkt, wäre hier ziemlich falsch gelegen.
Offen, interessiert, unkompliziert und unglaublich herzlich.
Dieser Eindruck zog sich durch unseren gesamten Besuch. Egal, wem wir begegnet sind: Wir wurden freundlich begrüßt, Menschen nahmen sich Zeit und die Atmosphäre war bemerkenswert entspannt.
Das Unternehmen wirkt modern und dynamisch – aber gleichzeitig erstaunlich persönlich.
Bevor wir euch allerdings mit durch den Showroom nehmen, müssen wir eine Sache klären.
Apropos: Wer oder was ist eigentlich Meinl?
Drummer und Percussionisten dürften beim Namen Meinl wahrscheinlich keine Erklärung benötigen.
Und falls ihr gerade trotzdem denkt:
„Meinl? Sagt mir nichts …“
Dann versuchen wir es mal mit:
Jetzt vielleicht? 😉
Hinter Meinl steckt nämlich wesentlich mehr als die bekannten Becken.
Die Geschichte des Familienunternehmens beginnt 1951. Roland Meinl startete damals als Ein-Mann-Betrieb in einer Kellerwerkstatt mit der Herstellung von Becken.
Aus diesen ziemlich bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein international tätiges Unternehmen der Musikinstrumentenbranche.
Heute gehören unter anderem Meinl Cymbals, Meinl Percussion, NINO Percussion, Meinl Sonic Energy, Meinl Stick & Brush und Ortega Guitars zum eigenen Markenportfolio.
Hinzu kommt Meinl Distribution.
Meinl ist exklusiver Distributor für TAMA Drums und Ibanez Guitars in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei.
Rund 200 Mitarbeiter arbeiten allein am Standort Gutenstetten. Weitere Unternehmens- und Produktionsstrukturen befinden sich unter anderem in den USA, der Türkei und Thailand.
International aufgestellt also.
Und trotzdem war unser persönlicher Eindruck vor Ort alles andere als anonymer Großbetrieb.

Bitte den Schlagzeuger nicht unbeaufsichtigt lassen
Natürlich führte unser Weg ziemlich schnell dorthin, wo es für Markus gefährlich wurde:
Drums. Becken. Percussion.



Für einen Schlagzeuger dürfte der Meinl Showroom ungefähr das sein, was ein Süßwarenladen für ein Kind mit unbegrenztem Taschengeld ist.
Und Markus?
Sagen wir einfach:
Bandpapa war kurzzeitig sehr, sehr beschäftigt.
Hier begegnet einem gleichzeitig die Geschichte des Unternehmens. Meinl begann mit Becken – und genau diese Instrumente haben den Namen über Jahrzehnte international bekannt gemacht.
Dazu TAMA Drums, Meinl Percussion und jede Menge Dinge, bei denen Musiker erfahrungsgemäß sehr überzeugend erklären können, warum sie dieses eine Teil jetzt wirklich noch unbedingt brauchen.
Wir hätten Markus vermutlich einfach dort abstellen und ein paar Stunden später wieder einsammeln können.

Wo sind eigentlich die ganzen Gitarren?
Natürlich führte unser Rundgang auch zu den Gitarren.

Nur waren davon bei unserem Besuch tatsächlich weniger da, als man angesichts von Ibanez und Ortega vielleicht erwartet hätte.

Der Grund war allerdings ziemlich simpel:
In Mannheim steht der Guitar Summit vor der Tür.
Vom 25. bis 27. September 2026 dreht sich im Congress Center Rosengarten wieder alles um Gitarren, Bässe, Amps, Effekte, Zubehör und vermutlich ziemlich viele Menschen, die ursprünglich „nur mal schauen“ wollten.
Der Guitar Summit verbindet Ausstellung mit Workshops, Live-Musik und vor allem der Möglichkeit, Instrumente und Equipment selbst auszuprobieren.
Wer dieses Wochenende noch nichts vorhat und bei Gitarren oder Bässen glänzende Augen bekommt:
Klare Empfehlung.

Und dann kam NINO …
Während Markus bei den Drums offensichtlich in seinem natürlichen Lebensraum angekommen war, gab es einen anderen Bereich, der mich sofort gepackt hat:
Die Marke wurde 1998 von Meinl eingeführt und richtet sich speziell an Kinder. Und nein – wir reden hier nicht einfach von ein paar bunten Rasseln.
Das Sortiment reicht von Shakern und kleinen Percussion-Instrumenten über Bongos, Djemben und Cajóns bis zu kompletten Rhythmus- und Classroom-Sets. Einige der NINO-Sets sind speziell für den Einsatz mit Gruppen und in der musikalischen Bildung konzipiert.
Und dann standen da diese Cajóns.
Genauer gesagt:
Cajóns zum Selberbauen.
Da war ich endgültig begeistert.
Meinl bietet mit dem Make Your Own Cajon tatsächlich einen Bausatz an, aus dem die eigene Cajón zusammengesetzt werden kann. Und wenn das Ding fertig ist, kann die Oberfläche anschließend individuell gestaltet und bemalt werden.
Und an dieser Stelle geht ein ausdrücklicher Shoutout an alle Lehrer raus:
Werken + Kunst + Musik in EINEM Schulprojekt.
Erst wird das eigene Instrument gebaut. Dann wird es gestaltet und bemalt. Und anschließend wird darauf Musik gemacht.
Ganz ehrlich:
Wie cool ist das bitte?
Statt Kindern ein fertiges Instrument hinzustellen, entsteht etwas Eigenes. Vom Holzbausatz über die Gestaltung bis zum ersten Rhythmus.
Und genau deshalb musste ich beim NINO-Bereich sofort an Grundschulen, Ganztagsangebote und andere Einrichtungen der musikalischen Bildung denken.
Kinder müssen Musik nicht zuerst theoretisch verstehen.
Sie dürfen bauen.
Gestalten.
Anfassen.
Ausprobieren.
Laut sein.
Und am Ende gemeinsam Musik machen.
Wer mit Kindern arbeitet, sollte sich NINO meiner Meinung nach wirklich einmal genauer anschauen.
Das ist keine bezahlte Werbung – sondern schlicht eine dieser Ideen, bei denen ich im Showroom stand und dachte:
Warum machen wir sowas eigentlich nicht viel öfter?
Instrumente gehören in Hände
Dieser Gedanke begegnet einem bei Meinl an verschiedenen Stellen.
Ein besonders schönes Beispiel dafür ist das Meinl Drum Festival.
Das erste Meinl Drum Festival fand bereits 2005 statt. Über die Jahre standen dort internationale Drummer und Percussionisten auf der Bühne.
Bei der Ausgabe 2023 am Standort Gutenstetten gab es neben Performances und Workshops auch Angebote rund um Percussion und Sonic Energy sowie musikalische Angebote für Kinder.
Und genau solche Konzepte finde ich spannend.
Instrumente nicht nur anschauen.
Anfassen. Ausprobieren. Erleben.
Menschen – und gerade Kinder – mit Musik in Berührung bringen, ohne dass zuerst jemand fragt, ob sie überhaupt schon ein Instrument spielen können.
Das ist ein Gedanke, der ziemlich gut zu dem passt, worüber wir selbst bei Laut4Future, Bandpapa, Musikschule Gummersbach e.V., gigbox e.V. und WarehouseStage e.V. ständig sprechen:
Musik braucht Zugänge.

Und zum Schluss landeten wir in einer völlig anderen Klangwelt
Nach Drums, Becken, Percussion und Gitarren führte uns der letzte Teil des Rundgangs in einen Bereich, mit dem zumindest ich vorher deutlich weniger Berührung hatte:




Und ausgerechnet das wurde für mich zu einer der größten Überraschungen des Tages.
Sonic Energy wurde 2014 eingeführt. Heute gehören unter anderem Gongs, Klangschalen, Handpans und weitere Klanginstrumente zu dieser Welt.
Und dann fing Sebastian an, uns einige davon vorzuführen.
Was dieser Mann aus diesen Instrumenten herausholt, ist schwer in einen Text zu packen.
Denn plötzlich versteht man, dass es hier nicht nur darum geht, einen Ton zu hören.
Man spürt ihn.
Schwingungen breiten sich im Raum aus. Töne bleiben stehen, verändern sich, überlagern sich – und teilweise nimmt man sie körperlich wahr.
Der Raum selbst scheint plötzlich Teil des Instruments zu werden.
Das klingt möglicherweise ein bisschen esoterisch, wenn man es nur liest.
Wenn man allerdings mitten drinsteht, ist es vor allem eines:
verdammt beeindruckend.
Meinl hat diesem Bereich in Gutenstetten ein eigenes Sonic Energy Experience Center gewidmet. Rund um Sonic Energy gibt es unter anderem Workshops, Sound Journeys, Sound Baths, Klangschalenkurse und weitere Angebote, bei denen Klang ganz bewusst eingesetzt und erlebt wird.
Und auch hier hatte ich ziemlich schnell wieder diesen Gedanken:
Warum kennen das eigentlich nicht viel mehr Einrichtungen?
Denn die Einsatzmöglichkeiten gehen weit über „schöne Klänge“ hinaus. Meinl selbst beschreibt den Einsatz seiner Instrumente unter anderem in Sound Healing, Therapie, Entspannungsangeboten, Meditation und Yoga.
Und deshalb geht mein zweiter persönlicher Shoutout dieses Tages an Menschen aus Musiktherapie, Entspannungs- und Achtsamkeitsangeboten, Reha- und Therapieeinrichtungen oder anderen Bereichen, in denen mit Klang und Wahrnehmung gearbeitet wird:
Schaut euch Sonic Energy einmal an. Und wenn ihr die Möglichkeit habt: Erlebt diese Instrumente live.
Denn ein Video kann zeigen, wie ein Gong angeschlagen wird.
Es kann den Klang wiedergeben.
Was es kaum transportieren kann, ist das Gefühl, wenn dieser Klang plötzlich den ganzen Raum füllt und die Schwingung körperlich spürbar wird.
Genau das war für mich der Moment, in dem aus „interessant“ ziemlich schnell „Okay, das ist wirklich krass“ wurde.
Nach einem Rundgang voller Drums, Becken und Gitarren ausgerechnet bei Gongs, Klangschalen und Handpans zu stehen und völlig fasziniert zuzuhören, hatten wir auf unserer persönlichen Tagesplanung jedenfalls nicht unbedingt stehen.
Aber genau dafür sind solche Besuche da.

Und irgendwann ging es gar nicht mehr um Instrumente
Nach unserem Rundgang wurden wir von Meinl zum gemeinsamen Essen eingeladen.
Und dort begann für uns eigentlich der wichtigste Teil des Tages.
Wir sprachen über unsere Projekte.
Über Laut4Future.
Über bandpapa.
Über die Musikschule Gummersbach e.V..
Über gigbox e.V. und WarehouseStage e.V..
Und natürlich über F.A.M.E. – Furtherance of Art and Music Education, ein Projekt, bei dem gebrauchte Instrumente gesammelt, wieder aufbereitet und kostenlos an Menschen weitergegeben werden, denen sonst möglicherweise schlicht die finanziellen Möglichkeiten für ein eigenes Instrument fehlen.
Eigentlich könnte kaum etwas besser zu dem passen, worüber wir an diesem Tag immer wieder gesprochen haben:
Musik braucht Zugänge.
Wir sprachen über Nachwuchs, Bands, Ensembles, Proberäume, Instrumente, Bühnen, Livekultur und darüber, wie viele unterschiedliche Bausteine notwendig sind, damit Menschen überhaupt die Möglichkeit bekommen, Musik zu machen.
Und vor allem wurde daraus kein Termin, bei dem eine Seite präsentiert und die andere höflich zuhört.
Es entstand ein Gespräch.
Sebastian und Corinna fragten nach, wir diskutierten, erzählten und erklärten – und irgendwann wurden aus Themen neue Gedanken und aus Gedanken neue Ideen.
Denn Nachwuchsförderung funktioniert nicht allein in Musikschulen.
Und Undergroundförderung funktioniert nicht allein in Clubs.
Eine Band braucht irgendwann einen Proberaum. Instrumente. Menschen, die Wissen vermitteln. Eine Bühne. Veranstalter. Publikum. Netzwerke.
Und manchmal schlicht jemanden, der eine Tür öffnet und sagt:
Probier es aus.
Was aus unseren Gesprächen und Ideen entstehen könnte, werden wir heute noch nicht vorwegnehmen.
Wenn es etwas zu erzählen gibt, erzählen wir es euch.
Versprochen. 😉
Hinter großen Namen stehen Menschen
Wenn wir über die Musikbranche sprechen, reden wir schnell über Marken, Unternehmen und Logos.
Meinl.
TAMA.
Ibanez.
Namen, die weltweit auf Bühnen stehen.
Nach unserem Besuch in Gutenstetten bleibt bei uns allerdings vor allem etwas anderes hängen.
Hinter diesen Namen stehen Menschen.
Menschen wie Sebastian und Corinna, die sich Zeit genommen haben.
Die zugehört und nachgefragt haben.
Die uns ihr Unternehmen und ihre Instrumente gezeigt haben.
Die mit uns beim Essen über Nachwuchs, Musik und Projekte gesprochen und eigene Ideen eingebracht haben.
Und Menschen, die offensichtlich selbst ziemlich viel Leidenschaft für das haben, womit sie jeden Tag arbeiten.
Vielleicht war genau das die größte Überraschung dieses Besuchs.
Meinl ist international groß.
Das Headquarter ist modern.
Der Showroom ist der Wahnsinn.
Die Instrumente sowieso.
Aber der stärkste Eindruck dieses Tages war für uns am Ende kein Produkt.
Es waren die Menschen dahinter.
Danke an Sebastian, Corinna und das gesamte Meinl-Team für den herzlichen Empfang, eure Zeit, die Einblicke, das Essen, die Gespräche und einen Tag, der deutlich mehr geworden ist als ein gewöhnlicher Geschäftstermin.
Und für mich persönlich hatte dieser Tag noch einen zweiten besonderen Teil:
Nach all den gemeinsamen Ideen, Nachrichten und Telefonaten habe ich endlich Markus persönlich kennengelernt.
Bandpapa, Musikschulleiter, Kulturmanager, Podcaster, Netzwerker, Schlagzeuger – und vor allem ein unglaublich engagierter und leidenschaftlicher Mensch.
Markus, ich glaube, wir haben noch einiges vor.
Und nach diesem Tag in Gutenstetten vermutlich ein paar Ideen mehr als vorher. 🤘

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Guitar Summit 2026
Quellen & weiterführende Informationen
Roland Meinl Musikinstrumente – Unternehmensgeschichte
Roland Meinl Musikinstrumente – Unternehmensstruktur, Marken & Distribution
Meinl Distribution – Markenübersicht
Meinl Drum Festival – Unternehmensgeschichte