Corpsepain, My Demon und Nihilysm lieferten beim Metal Massaker am 10. Oktober 2026 einen Abend voller Energie, Leidenschaft und einer ordentlichen Portion Eskalation. Doch Mannheim zeigte noch viel mehr: eine lebendige Szene, starken Nachwuchs und Menschen, die mit ihrem Engagement den Underground am Leben halten.
Es gibt Konzertabende, an denen einfach alles zusammenpasst. Die Bands, das Publikum, die Stimmung und die Menschen hinter den Kulissen. Abende, an denen man irgendwann mitten im Geschehen steht, sich umschaut und denkt: Genau deshalb machen wir diesen ganzen Wahnsinn!
Der Abend im Jugendhaus Schönau in Mannheim war genau so einer.
Drei Bands, jede Menge brachialer Sound, ein Publikum, das von Anfang an richtig Bock hatte, und eine Atmosphäre, die man sich für jedes Undergroundkonzert wünschen würde.
Von Grimms Märchen bis zur völligen Eskalation

Den Anfang machten Corpsepain, die mit ihrem ganz eigenen Grimm-Märchen-Metal den Abend eröffneten. Düster, kraftvoll und alles andere als eine gemütliche Märchenstunde. Statt Gutenachtgeschichten gab es ordentlich etwas auf die Ohren und einen Auftakt, der direkt klarmachte, wohin die Reise an diesem Abend gehen würde.
Anschließend übernahmen My Demon die Bühne.

Und da war der Saal bereits ordentlich aufgeheizt!
Wer jetzt dachte, man könnte zwischendurch mal kurz durchschnaufen, hatte die Rechnung ohne My Demon gemacht. Die Band legte noch eine ordentliche Schippe drauf, trieb die Stimmung weiter nach oben und sorgte dafür, dass aus einem ohnehin schon heißen Abend langsam ein ausgewachsener Flächenbrand wurde.
Als schließlich Nihilysm, unsere Gäste aus Chemnitz, die Bühne betraten, gab es dann endgültig kein Halten mehr.

Der Saal eskalierte, die Energie war überall zu spüren und das Publikum feierte, als gäbe es kein Morgen. Genau diese Momente sind es, die ein Undergroundkonzert ausmachen: keine künstliche Inszenierung, kein unnötiger Schnickschnack. Einfach Bands, die alles geben, und Menschen davor, die genau das zu schätzen wissen.
Drei Bands, drei unterschiedliche Auftritte und ein gemeinsames Ergebnis: Mannheim hat ordentlich abgeliefert!
Metalnachwuchs? Von wegen aussterbende Szene!
Was mich an diesem Abend aber mindestens genauso begeistert hat wie die Musik, war das Publikum.
Denn zwischen all den bekannten Gesichtern und alten Hasen waren unglaublich viele junge Menschen unterwegs.
Und die haben nicht etwa schüchtern am Rand gestanden!
Da wurde gefeiert, mitgefiebert und ordentlich Stimmung gemacht. Die nächste Generation Metalheads zeigte ziemlich eindrucksvoll, dass sie den alten Hasen locker das Wasser reichen kann.
Wer also mal wieder behauptet, der Underground hätte keinen Nachwuchs oder junge Menschen würden sich nicht mehr für handgemachte, harte Musik interessieren, hätte an diesem Abend unbedingt in Mannheim vorbeischauen sollen.
Die nächste Generation ist längst da. Und sie ist verdammt laut!

Solche Abende zeigen, wie wichtig kleine Bühnen, Jugendzentren und bezahlbare Konzerte sind. Hier begegnen sich Generationen, hier entstehen erste Konzerterfahrungen, hier wächst Gemeinschaft.
Und genau hier liegt ein gewaltiger Teil der Zukunft unserer Szene.
Das JUZ Mannheim – Menschen, die den Unterschied machen
Natürlich wäre ein solcher Abend ohne die Menschen hinter den Kulissen überhaupt nicht möglich.
Das Jugendhaus Schönau war wieder einmal ein großartiger Gastgeber. Herzlich, unkompliziert und mit einem Team, bei dem man merkt, dass hier nicht einfach nur irgendeine Veranstaltung abgewickelt wird.
Hier steckt Herzblut drin.
Ein besonderes Lob verdient auch der junge Techniker aus dem Haus, der an diesem Abend für den Sound verantwortlich war.
Ruhig, souverän und mit einer Professionalität, die wirklich beeindruckt hat, erledigte er seinen Job. Gerade im Underground, wo technische Möglichkeiten und personelle Ressourcen nicht immer unbegrenzt zur Verfügung stehen, ist das alles andere als selbstverständlich.

Und mal ganz nebenbei: Auch hinter den Mischpulten wächst offensichtlich eine Generation heran, um die wir uns keine Sorgen machen müssen.
Respekt für diese Leistung!
Andy – ein Mensch, der die Welt ein kleines Stück verändert
Es gibt Menschen, die arbeiten in einem Jugendzentrum.
Und es gibt Menschen, die ein Jugendzentrum zu dem machen, was es für unzählige andere bedeutet.
Andy gehört ganz eindeutig zur zweiten Sorte.
Er ist das Herzstück des JUZ, einer dieser Menschen, die nicht viel Aufhebens um sich selbst machen müssen, weil ihre Arbeit und ihr Engagement längst für sich sprechen.
Am 5. Dezember 2026 werden wir unser letztes gemeinsames Konzert mit Andy im JUZ erleben, bevor er in seinen wohlverdienten Ruhestand geht.
Ein Gedanke, der durchaus ein bisschen wehmütig macht.

Denn Menschen wie Andy sind nicht einfach austauschbar. Sie schaffen Räume, geben jungen Menschen Möglichkeiten, unterstützen Ideen und sorgen dafür, dass Kultur und Gemeinschaft überhaupt stattfinden können.
Vielleicht verändern sie nicht die ganze Welt auf einmal.
Aber sie verändern die Welt der Menschen, denen sie Möglichkeiten eröffnen. Und das ist verdammt viel wert.
Wir hoffen jedenfalls sehr, dass Andy uns auch nach seinem Abschied als Gast erhalten bleibt. Ganz so einfach kommt er uns nämlich nicht davon!
Ein halbes Schlagzeug, ein ganzes Instrument und jede Menge Möglichkeiten
Neben dem Konzert gab es an diesem Abend noch einen weiteren wichtigen Moment.
Gemeinsam mit Basti Scholz und seiner Initiative F.A.M.E. durften wir im Rahmen von LAUT4FUTURE ein halbes Schlagzeug an das Jugendzentrum übergeben.
Und bevor jetzt jemand fragt, was man mit einem halben Schlagzeug anfangen soll: Das JUZ hatte bereits die andere Hälfte. Jetzt ist das Set endlich komplett!

Basti engagiert sich dafür, Musikinstrumente dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden, und Menschen den Zugang zur Musik zu ermöglichen. Genau solche Menschen und Initiativen zeigen, wie viel wir gemeinsam bewegen können.
Damit kann die Jugendband künftig proben und Kinder und Jugendliche bekommen die Möglichkeit, selbst einmal am Schlagzeug Platz zu nehmen und Musik auszuprobieren.
Vielleicht sitzt dort irgendwann jemand, der später selbst auf einer Bühne steht.
Vielleicht entdeckt ein Kind dadurch überhaupt erst seine Begeisterung für Musik.
Und vielleicht beginnt genau mit diesem Schlagzeug eine Geschichte, von der heute noch niemand etwas ahnt.
Über die Übergabe und die Menschen dahinter werden wir noch ausführlicher berichten. Freut euch auf einen eigenen Beitrag mit einem Interview mit Andy, in dem wir auch einen Blick auf seine Arbeit und die Bedeutung solcher Einrichtungen werfen.
Denn diese Geschichte verdient definitiv mehr als nur ein paar Zeilen zwischen zwei Konzertfotos.
Genau so muss Underground!
Was bleibt von diesem Abend?
Drei großartige Bands. Ein Saal voller Energie. Jede Menge junge Metalheads. Ein fantastisches Team. Menschen, die sich engagieren, ohne ständig im Rampenlicht stehen zu müssen.
Und dieses wunderbare Gefühl, dass unsere Szene genau dann am stärksten ist, wenn alle zusammenkommen.
Wenn Bands ihre Musik auf die Bühne bringen, Veranstalter und Helfer alles möglich machen, Jugendzentren ihre Türen öffnen und das Publikum nicht nur zuschaut, sondern Teil des Ganzen wird.
Es braucht nicht immer riesige Bühnen, aufwendige Produktionen oder Tausende Besucher, um einen unvergesslichen Konzertabend zu erleben.

Manchmal braucht es einfach nur die richtigen Menschen am richtigen Ort.
Mannheim, genau das habt ihr bewiesen!
Ein riesiges Dankeschön an Corpsepain, My Demon und Nihilysm, an das gesamte JUZ-Team, an alle Helfer und natürlich an jeden Einzelnen, der diesen Abend mit uns gefeiert hat.
Und ganz besonders an die vielen jungen Gesichter, die gezeigt haben, dass unsere Szene eine Zukunft hat, die sich hören lassen kann.
Danke, Mannheim! So darf sich jedes Undergroundkonzert anfühlen.
Luna | Metalfans4Metalbands
LIVE · LAUT · ECHT
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